Das letzte Jahrzehnt war gekennzeichnet durch die Erleichterung des Zugangs von Frauen / Müttern in die Erwerbsarbeit und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Berücksichtigung deren Lebensphasen und -situationen. Dieses Jahrzehnt steht im Zentrum der Ermöglichung von Zeit für Familie auch von Männern / Vätern sowie deren aktive Mitgestaltung von Lebensphasen und -situationen.

Schon heute nimmt eine steigende Anzahl von Vätern die Möglichkeit in Anspruch, in Elternzeit zu gehen. Der Wertewandel in der Gesellschaft hin zu einer stärkeren Balance zwischen beruflichen und privaten Belangen wird diese Entwicklung weiter vorantreiben.

Hinzu kommt die zunehmende Aufhebung der traditionellen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau, die auch das Verhältnis des Mannes zu seiner Arbeit verändert. Diese ist häufig nicht mehr das wichtigste Element im Leben und wichtigstes klassisches Vorzeigeprodukt, sondern gerade Nachwuchskräfte wünschen sich auch genügend Zeit für das Familien- und Privatleben.

Denn eines ist klar: Ohne einen privaten Ausgleich ist es unter den heutigen Arbeitsbedingungen mit viel Stress, hohen Flexibilitäts- und Mobilitätsansprüchen sowie häufigerem Arbeitgeberwechsel als in der Vergangenheit nicht mehr möglich, 45 Jahre bis zur Verrentung „unbeschadet" durchzuhalten. Trotz der oben aufgezeigten Veränderungsentwicklungen ist die Realität oftmals ein klassischer Fall und Frauen sind vornehmlich verantwortlich für die Vereinbarkeit von Beruf und Lebensphasen, insbesondere Familie. So befürchten viele Väter Einkommens- und Reputationsverluste, wenn sie Beruf und Familie vereinbaren.

Die Lebensphasenorientierung in der Personalarbeit bezieht sich auf Frauen und Männer. In der betrieblichen Praxis und auch in anderen Projekten und Initiativen mit ähnlicher Zielsetzung jedoch zeigt sich – nicht zuletzt aus den oben genannten Gründen -, dass sie immer noch verstärkt auf Frauen bezogen wird. Ziel der Weiterführung des Projekts ist es somit, den Fokus auch auf Männer zu richten. Dazu reicht es jedoch nicht aus, ein „Männerförder-Programm" sowie eine Veranstaltungsreihe zur Sensibilisierung von Führungskräften (und Kollegen) zu konzipieren und umzusetzen. Es bedarf vielmehr des Aufbrechens von Stereotypen, Vorurteilen und Rollenmustern.